27.03.2021

Call for Contributions: Historische Analyse der Schweizerischen Gesetzgebung

Digitaler Workshop am 15. und 22. Juni 2021

Die BGSH lädt Doktoriende der Geschichte aus der ganzen Schweiz zu einem digitalen Workshop zur historischen Analyse von gesetzgeberischen Verfahren in der Schweiz ein. Die zweiteilige Veranstaltung geht Fragen der historischen Erarbeitung von juristischen, gesetzgeberischen und administrativen Prozessen nach.

Historische Analyse von Verfahren der Gesetzgebung (Referent: Pierre Eichenberger, Unil)

Wie kann man als Historiker*in die Erarbeitung von Gesetzen untersuchen? Das Ziel dieses ersten Teiles ist, Werkzeuge für die historische Analyse der Entstehung eines Bundesgesetzes, seiner Entwicklung und Veränderung zu erarbeiten. Dabei werden die konkreten Mechanismen (Postulat, Motion, Kommissionsarbeiten, usw.) und die an der Genese beteiligten Akteursgruppen (Bundesrat, Parlament, Interessengruppen, usw.) genauer betrachtet. Zusätzlich werden die Mechanismen der Veröffentlichung und des Inkrafttretens eines Gesetzes nachvollzogen. Mit dem Fokus auf den institutionellen Rahmenbedingungen stellt sich die Frage, wie diese den Gesetzgebungsprozess beeinflussen? Und wie untersucht man die tatsächliche Entstehung eines Gesetzes abseits der Theorie?

Die Umsetzung von Bundesgesetzen auf Kantonsebene (Referent: Urs Germann, Unibe)

Das Ziel dieses zweiten Teiles liegt darin, aus historischer Perspektive nachzuvollziehen, wie Bundesgesetze in den einzelnen Kantonen umgesetzt wurden. Dazu soll am Beispiel der Einführung des schweizerischen Strafgesetzbuches (1942) veranschaulicht werden, wie die einzelnen Schritte auf kantonaler Ebene aussahen, wenn ein neues Bundesgesetz in Kraft trat. Welcher Handlungsspielraum für die Regelung von Vollzugs- und Verfahrensfragen stand den Kantonen in diesem Fall zur Verfügung? Wie lange können sich Einführungsphasen erstrecken, während die Kantone schrittweise oder auch erst mit grossen Verzögerungen den bundesgesetzlichen Auflagen nachkommen? Welchen Einfluss hat es auf das Verfahren, wenn sich der Impuls für eine neue Gesetzesausarbeitung nicht auf der Bundesebene entwickelt, sondern aus dem bestehenden kantonalen Recht hervorgeht?

Call for Contributions

Der Call for Contributions richtet sich an alle Doktorierenden der Schweiz, die an historischen Themen mit einem starken Bezug zu schweizerischen Gesetzesprozessen arbeiten. Bewerbungen sind per E- Mail bis spätestens 30. April 2021 an severic.yersin(at)unibas.ch zu richten. Der Bescheid über eine Annahme oder Ablehnung erfolgt bis zum 7. Mai 2021.

Die Bewerbung beinhaltet den Vortragstitel, ein Exposé von maximal einer A4-Seite und einen Absatz über die*den Referierende*n. Die Sprechzeit für die Vorträge beträgt 10 Minuten, darauf folgt eine Plenumsdiskussion. Für die Präsentation werden die Teilnehmenden je nach Thema in einen der beiden Veranstaltungsblöcke eingeteilt. Um eine qualitativ hochstehende Diskussion zu ermöglichen, ist die Zahl der Referierenden begrenzt. Bei einer grossen Zahl von Bewerbungen wird, neben der Qualität der Exposés, die Vielfalt der Beiträge (methodisch, thematisch) berücksichtigt.

Tagungsorganisation

Vivianne Blatter, MA

Alena Blättler, MA

Séveric Yersin, MA