Dienstmädchen, Hausangestellte. Veränderungen und Kontinuitäten der bezahlten Hausarbeit in Basel, ca. 1930–1980

Jennifer Burri

Erstgutachterin: Prof. Dr. Caroline Arni

Die internationale wie auch die schweizerische historische Forschung zu Dienstmädchen geht von einem Verschwinden der bezahlten Hausarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg aus, weil nun Haushaltsgeräte die Arbeit im Haushalt unterstützten und Hausfrauen diese Arbeit alleine verrichteten. Erst ab den 1980er Jahren habe die bezahlte Arbeit in westlichen Haushalten wieder zugenommen, indem vor allem Migrantinnen jene Hausarbeit übernahmen, die von den zunehmend erwerbstätigen Frauen nicht mehr geleistet werden konnte. Dieses Forschungsnarrativ – das mit einer inhaltlichen Forschungslücke korrespondiert – möchte ich mit meinem Promotionsvorhaben neu befragen: Ist die bezahlte Hausarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg tatsächlich verschwunden oder hat sich hauptsächlich deren Form verändert? Welche Formen nahm hauswirtschaftliche Mithilfe in dieser Zeit an? Für welche Arbeiten wurden Haushaltshilfen angestellt? Nicht zuletzt geht es also um die Frage, wie sich Arbeit im häuslichen Kontext im Verlauf des 20. Jahrhundert neu verteilt hat. Ich vermute, dass für Basel zum einen eine kontinuierliche Migration von Hausangestellten, die sich allerdings geographisch verschiebt, angenommen werden kann. Zum anderen möchte ich die Annahme prüfen, ob bezahlte Arbeit im Haus sich fortan eher temporär und spezifisch gestaltete, z.B. in Form einer Putzhilfe oder eines Au-Pairs. Zeigen möchte ich dies anhand von Quellen aus dem Staatsarchiv Basel. Basel bietet sich als Grenzstadt an, da sich Ausbreitung und Form der bezahlten Hausarbeit anhand der in Migrationsprozessen hinterlassenen Quellen nachzeichnen lassen.