Schrift, Raum, Politik - Der römische Stadtraum als Medium politischer Kommunikation?

Julian Zimmermann

 

Rom definiert sich seit jeher wesentlich über seine eigene Vergangenheit. Dies gilt umso mehr, in direkter Nachbarschaft zu den monumentalen Überresten der römischen Antike, für den Stadtraum Roms, welchen die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit zu einem wesentlichen Faktor politischer Kommunikation machte. Innerhalb des Stadtraums spielten Inschriften eine besondere Rolle in der politischen Kommunikation. Der Fokus der geplanten Untersuchung soll auf stadtrömischen Inschriften der kommunalen Phase Roms (1143-1398) liegen. Ziel ist es, öffentliche Inschriften dieser Zeitspanne auf ihre Funktion hinsichtlich politischer Kommunikation zu analysieren und mit interdisziplinären Zugängen zu untersuchen. Dabei lassen sich gezielte politische Kommunikationsformen in der Kommune analysieren, wie beispielweise die gezielte Zurschaustellung von Prestige und Sozialstatuts. Diese Erkenntnisse gilt es in das politische Binnenklima Roms im Allgemeinen einzuordnen. Der städtische Raum als Aufstellungsort von inschriftlicher Kommunikation und auch die Materialität und Qualität von Inschriften und Inschriftenträgern dienen hierbei als zentrale Analysekategorien hinsichtlich der Frage nach politischer Kommunikation, wodurch auch politische Kommunikationsebenen abseits des / bzw. ergänzend zum textlichen Inhalt von Inschriften erschlossen werden sollen.