Zwischen Glaube, Handel und Internationalismus. Die Basler Mission als globaler Akteur, 1910-1925.

Matthäus Feigk

Erstgutachterin: Madeleine Herren

Die durch die aktuelle Konjunktur der Globalgeschichte befeuerte Forschungsdebatte zum Internationalismus hat religiöse Gemeinschaften lange Zeit ignoriert. Diese Perspektive vernachlässigt jedoch deren hohes Identifikationspotential über nationalstaatliche Denkmuster hinaus. Erst jüngste Arbeiten konzentrieren sich auf die Frage nach der Bedeutung grenzübergreifender Verbindungen und Austauschforen für religiöse Bewegungen, wie auch umgekehrt nach der Relevanz von Glaubensgemeinschaften für den Internationalismus. Ausgehend von dieser Perspektive untersucht das Projekt die Basler Mission im konfliktträchtigen Zeitraum von 1910 bis 1925 als global agierenden Akteur, welcher über die Verbreitung christlich-abendländischer Vorstellungen, über den Kontakt mit Kolonialverwaltungen und über die Steuerung von weltweiten Handels-, Bank- und Kreditgeschäften aktiv die asymmetrische Integration Europas und der europäischen Kolonien mitgestaltete. Das Projekt analysiert, inwiefern sich anhand der Basler Mission und ihrer internationalen Vernetzungen zeigen lässt, wie sich die Nachfrage nach einer spezifischen Expertise entwickelte, globale Beziehungsgefüge aufzubauen und diese in in politischen und wirtschaftlich asymmetrischen Konstellationen und Konfliktsituationen weiterzuentwickeln, und welche Rolle dabei einem religiösen Internationalismus zukam.