Umstrittenes Europa. Netzwerkanalyse der deutschsprachigen Alpenschutzbewegung (1975-2005)

Romed Aschwanden

Erstgutachter: Martin Lengwiler

Das Projekt entsteht in Kooperation mit der Universität Innsbruck (A). Es untersucht am Beispiel der europäischen Verkehrspolitik im Alpenraum die komplexen Prozesse der Europäischen Integration im Wechselspiel zwischen lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Die europapolitischen Debatten werden als konflikthafte, ergebnisoffene Prozesse konzeptualisiert. Das Projekt bettet den europapolitischen Gegenstand in den zeithistorischen Kontext ein und situiert ihn insbesondere im Spannungsfeld von neuen sozialen Bewegungen (Umweltbewegung) und Ökonomisierungs- und Liberalisierungstendenzen in der Phase „nach dem Boom“. Als empirische Fallstudie dient die deutschsprachige Alpenschutzbewegung seit den 1980er-Jahren. Das Vorhaben gliedert sich in zwei Teilprojekte: Teilprojekt A (Universität Basel) untersucht die schweizerischen Alpentransit-Debatten um die sogenannte „Alpenschutzinitiative“ und damit einen nationalen Kontext, der nicht der Europäischen Union angehört. Teilprojekt B (Universität Innsbruck) untersucht die Auseinandersetzungen um den Alpentransit am Brenner, der ein altes EU-Mitglied (Italien) mit einem Staat verbindet, der im Untersuchungszeitraum der EU beitritt (Österreich, 1995). Das Projekt operiert mit einem teilprojektübergreifenden Mehrebenenmodell, das lokale, regionale, nationale, europäische und internationale Akteure verbindet (EU und transnationale Umweltschutzorganisationen). Für diese Mehrebenenanalyse nutzt das Projekt neuste Ansätze der digital history, insbesondere netzwerkanalytische IT-Tools.