Lokal, regional, national, global... Über die Verortung historischer Forschungsgegenstände - 22.-23.03.2018

Jahrestagung der Basel Graduate School of History

Historikerinnen und Historiker verorten ihren Forschungsgegenstand in einer spezifischen Zeit, gleichzeitig spielen örtliche bzw. räumliche Referenzrahmen – teils explizit, teils implizit – eine zentrale Rolle. Während die einen soziale oder ökonomische Prozesse in einem städtischen Rahmen untersuchen, fragen andere nach Narrativen in nationalen, transnationalen oder imperialen Kontexten. Während die einen ihre Forschung als Beitrag zur Geschichte einer „Region“ begreifen, wollen sich andere in Fachdiskurse der „Allgemeinen Geschichte“ oder Globalgeschichte einschreiben. Während den einen der räumliche Bezug ihrer Forschung evident ist, stellt sich für andere die Frage nach dem Schauplatz ihres Forschungsgegenstandes ganz grundsätzlich.

Auf der Jahrestagung der BGSH 2018 wollen wir der Frage nach dem „wo?“ unserer Forschungsgegenstände nachgehen. Wir fragen nach der Bedeutung und dem Einfluss räumlich gefasster Bezugsrahmen – wie „lokal“, „regional“, „(trans)national“ und „global“– für unsere Forschung. Wir thematisieren Probleme der Skalierung historischer Forschungsfragen und diskutieren das Problem der Reichweite historischer Erkenntnis, die von konkreten Einzelfällen abgeleitet ist. Schliesslich wollen wir der Frage nach der Konstruktion räumlicher Einheiten wie z.B. „Region“ durch historische Forschung und die Chancen und Grenzen der fachlichen Arbeitsteilung zwischen der „Allgemeinen Geschichte“ und historischen Regionaldisziplinen – wie der Osteuropäischen Geschichte und der Geschichte Afrikas – nachgehen.

Ziel der Veranstaltung ist ein offener Dialog zwischen Mitgliedern und der Trägerschaft der BGSH über grundlegende Fragen historischer Forschung. In diesem Jahr wollen wir vier externe Gäste nach Basel einladen und mit ihnen über das Rahmenthema der Tagung diskutieren. Ausgangspunkt sind jeweils Impulsvorträge unserer Gäste über ein eigenes Forschungsvorhaben, die mit Blick auf einen Kommentar von einem Mitglied der BGSH im Plenum diskutiert werden. Ein gemeinsames Abendessen am Donnerstagabend eröffnet die Möglichkeit des Austauschs in informeller Atmosphäre.

Leitung und inhaltliche Konzeption: Jan Rüdiger, F. Benjamin Schenk, Julia Tischler

Wann & Wo

Do. 22. (nachmittags)/ Fr. 23. (vormittags) März 2018

Papiermühle Basel, St. Alban-Tal 37, 4052 Basel

Anmeldung

Für alle Teilnehmende: bis zum 8. März 2018 via Anmeldeformular.

Für Doktorierende, die einen Kreditpunkt erwerben möchten: zusätzlich über MOnA.

Doktorierende und Forschende aller Fachbereiche sind herzlich willkommen.  

Programm

DONNERSTAG, 22. März 2018 

14:30-16:15

Dr. Steffi Marung (Leipzig): Ein sowjetisches Afrika - aber wo liegt es? Über die Schwierigkeiten einer transregionalen Studie.

Discussant: Melanie Boehi - Chair: Anne Hasselmann

16:15-16:45: Kaffeepause

16:45-18:30

Prof. Dr. Steen Bo Frandsen (Sønderborg): Eine Region, zwei Nationen? Die cimbrische Halbinsel.

Discussant: Martin Jeske - Chair: Robert Pursche

19:00: Gemeinsames Abendessen

Restaurant Papiermühle
St. Alban-Tal 35
4052 Basel

FREITAG, 23. März 2018

9:00-10:45

Prof. Dr. Jon Mathieu (Luzern): Räume und historische Fragestellungen: Skizzen aus einer Gebirgs-Odyssee. 

Discussant: Romed Aschwanden - Chair: Catrina Langenegger

10:45-11:15: Kaffeepause

11:15-13.00

Dr. Béatrice von Hirschhausen (Berlin): Die Verortung von Zeiterfahrung. Reflexion über die Ergebnisse einer Feldforschung in zwei rumänischen Dörfern.

Discussant: Henning Lautenschläger - Chair: Julian Wettengel

13:00-14:00: Gemeinsames Mittagessen

Restaurant Papiermühle
St. Alban-Tal 35
4052 Basel

Rückfragen

roberto.sala@unibas.ch