Die Politik der historischen Evidenz - 15.5.2019

Workshop mit Prof. Dr. Lutz Raphael und der DFG-Forschungsgruppe „The Politics of Historical Thinking“

Filmstill aus Michelangelo Antonioni, Blow-Up, (1966).

Wie in der Geschichte sind auch im historischen Denken immer wieder Umbrüche zu verzeichnen. Sie manifestieren sich in intellektuellen Trendwenden wie dem "cultural turn", aber auch im Auf- und Niedergang analytischer Schlüsselkategorien wie "Struktur", "Idee", "Gender" oder "Agency". Selbst die Orientierung in den historischen Zeitläufen – die Verknüpfung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – hat eine Geschichte. Da die Deutung der Vergangenheit zurückgebunden ist an Orientierungsbedürfnisse der Gegenwart und weil sie bei der gesellschaftlichen Selbstverständigung immer präsent ist, wird Geschichte in Auseinandersetzung mit zeitaktuellen Fragen und Interessen fortlaufend verändert und neu interpretiert. Historiographische Umbrüche sind darum nicht nur Resultat intellektueller Anstrengungen innerhalb der Akademie. Sie stehen auch in Verbindung mit Konflikten um die Wahrnehmung und Deutung der sozialen Welt. Mit der so verstandenen Politik der historischen Evidenz wollen wir uns in dieser Veranstaltung näher befassen.

Die Veranstaltung richtet sich an Doktorierende und Postdocs, die ein Interesse für die sozialen Kontexte und die politischen Implikationen der historischen Wissensproduktion mitbringen. Sie beginnt mit einem programmatischen Abendvortrag von Prof. Lutz Raphael (Universität Trier) am Dienstagabend. Am Mittwochmorgen folgt ein vertiefender Workshop. Dieser wird von Lutz Raphael und den Mitgliedern seiner DFG-Forschungsgruppe "The Politics of Historical Thinking" bestritten.

Wann und wo?

Mittwoch, 15.5.2019, 9:00-18:00 Uhr.

Kollegienhaus der Universität Basel, Petersplatz 1, Hörsaal 103

Programm

09.00 – 10.00 Lutz Raphael (Trier): Die Politik der historischen Relevanz und Evidenz

Chair: Brigitta Bernet            Discussant: Mirjam Janett

10.00 – 10:30 Kaffepause

10.30 – 11.30 Brigitta Bernet (Trier/Basel): Kulturgeschichte als Entpolitisierung der Geschichte?

Chair: Sarah Hagmann          Discussant: Milo Probst

11.30 – 12.30 Benjamin Zachariah (Trier/Berlin): The Politics of Subaltern Studies. Postmarxist Culturalism or Antimarxist Identitarianism?

Chair: Sarah Hagmann          Discussant: Nadja Klopprogge

12.30 – 14.00 Mittagspause

14.00 – 15.00 Caroline Arni (Basel): Historisieren als Kritik

Chair: Alexandra Wedl           Discussant: Rhea Rieben

15.00 – 16.00 Jakob Tanner (Zürich): Fakten und Evidenz

Chair: Alexandra Wedl           Discussant: Sophia Polek

16.00 – 16.30 Kaffeepause

16.30 – 17.30 Martin Lengwiler (Basel): Geschichte und Aufarbeitung im „Zeitalter der Entschuldigung"

Chair: Aline Vogt                   Discussant: Charlotte Roy

17.30 – 18.30 Christian Geulen (Koblenz): Geschichte und ihre Öffentlichkeiten

Chair: Aline Vogt                   Discussant: Robert Pursche

Anmeldung

Bis spätestens 1. Mai 2019 per Mail an brigitta.bernet(at)unibas.ch.

Für Doktorierende der Universität Basel zusätzlich via MOnA bis spätestens 18. März 2019.

Der Reader zum Workshop kann bei brigitta.bernet(at)unibas.ch erfragt werden.

Kontakt

laura.ritter(at)unibas.ch, brigitta.bernet(at)unibas.ch